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KOSTAL: Solidarität gegen Entlassung eines Betriebsrats : Thunderbay IMC
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KOSTAL: Solidarität gegen Entlassung eines Betriebsrats
by Asturig Emil Thursday, Feb. 02, 2006 at 11:13 PM
emilvonmuenchen@web.de

Der KAMPF GEGEN MEINE ENTLASSUNG UND FÜR DAS RECHT AUF MEINE KANDIDATUR BEIM NÄCHSTEN CIPA-WAHLEN sind aus diesem Grund auch ein klarer Beweis dafür, dass nur durch Kampf und Mobilisierung der Arbeiterklasse die gravierende Situation, in der das brasilianische Volk lebt, verändern werden kann.

SOLIDARITÄT GEFRAGT !

BRIEF EINES ENTLASSENEN ARBEITERS
DES KONZERNS KOSTAL (DORTMUND – LÜDENSCHEID),
IN BRASILIEN – SÃO BERNARDO DO CAMPO
SAGT NEIN ZUR ENTLASSUNG RICARDOS !

Liebe Genossinnen und Genossen von RedGlobe News,

Ich, RICARDO PEREIRA DE OLIVEIRA, arbeite beim KOSTAL Brasilien seit November 1985, meistens in der Abteilung des industriellen Ingenieurwesens. Seit 1987 bin ich ordentliches Mitglied unserer Metallarbeiter-Gewerkschaft von ABC in São Bernardo do Campo, Bundesland São Paulo – Brasilien (das wichtigste Industriegebiet unseres Landes), und nahm als ein Arbeitervertreter an den Kämpfen und Errungenschaften teil, die in unserer Fabrik stattfanden. Bei den Demonstrationen unseres Sektors und der Gewerkschaft war ich immer anwesend. Ich war Vize-Vorsitzende des Internen Betriebsrats für Unfallsvorbeugung (CIPA: Comissão Interna de Prevenção de Acidentes) und Mitglied des Rates zur Ausarbeitung der Ersten Satzung unseres Betriebsrates. 1996 wurde ich zum Mitglied des BETRIEBSRATES DES KOSTALS von Brasilien gewählt und bin dann zweimal zum Basisdirektor (Diretor de Base) der Metallarbeiter-Gewerkschaft von ABC, in São Bernardo do Campo gewählt worden. Meine Mandate waren immer in ehrlicher und aufrichtiger Form der Verteidigung der Forderungen der Arbeiter / innen gewidmet.

Am 5. Januar 2006, nach 20 Jahren Arbeitszeit und 10 Jahren als Vertreter der Arbeiterinnen und Arbeiter von KOSTAL Brasilien, hat mich die Konzernleitung willkürlich und widerrechtlich ENTLASSEN, in dem sie das Recht auf die Organisation und Vertretung der Arbeiter /innen und die ARBEITSPLATZSTABILITÄT, die ich laut der Satzung der Internen Vertretung der Arbeiter von KOSTAL innehabe, verletzte. Diese Satzung schreibt vor: „Jedes Mitglied des Betriebsrats hat während der Gültigkeit seines Mandats seine PERMANENZ AN SEINEM ARBEITSPLATZ bis 12 Monate nach Beendung dieses Mandats gesichert.“ Daher besitze ich das RECHT AUF PERMANENZ AN MEINEM ARBEITSPLATZ BEI KOSTAL BIS MAI 2006. Die Konzernleitung selbst hat anerkannt, dass meine Entlassung überhaupt nicht mit technischer Unfähigkeit meinerseits zu tun hat. Es handelt sich um eine politische Entlassung, die als Ziel hat, die Stimme der Opposition gegen die Angriffe zu schwächen, welche KOSTAL jetzt gegen die Arbeiter / innen durchführt, und die Verhinderung meiner erneuten Kandidatur zur nächsten Wahl des Internen Betriebsrats für Unfallsvorbeugung (CIPA: Comissão Interna de Prevenção de Acidentes), deren Einschreibungen in Februar sind. Deswegen fand meine Entlassung am Anfang Januar statt!

Nach den 2005 verwirrenden Wahlen für CIPA und Direktor unserer Gewerkschaft warnte ich viele Kolleginnen und Kollegen davor, dass meine eventuelle Niederlage die Gelegenheit für meine Entlassung durch KOSTAL ermöglichen würde. Bedauerlicherweise war die Voraussage richtig.

Mit meiner Entlassung versucht KOSTAL in Brasilien die Arbeiter /innen und die Gewerkschaftsvertretung innerhalb der Fabrik einzuschüchtern, in dem sie mich vom Zusammenleben mit den Kollegen /innen zu entfernen, unser Recht auf Organisation moralisch mit den Füssen zu treten und meine Stabilität mit Geld zu kaufen versucht. DIE EHRE DER ARBEITERINNEN UND ARBEITER STEHT NICHT ZUM VERKAUF! Die Vertreter der Konzernleitung baten mir sogar eine „informelle“ Verhandlung über die mögliche Bezahlung einer Entschädigung an. Dieser Vorschlag veranschaulicht den Versuch der verhängnisvollen und schmutzigen Praktik des Einkaufs eines Arbeitermandats und der Stabilitätsperiode, die mir durch die Belegschaft gewährleistet wurde, in dem man den Kampf der Arbeiter /innen demoralisiert. Gegen diese Praktik habe ich immer gekämpft und sie immer abgelehnt.

Die Einmischung des KOSTALS in das Recht auf die freie Organisation der Arbeiter /innen in Brasilien verlangt eine Antwort der Gesamtheit der Werktätigen und Gewerkschaftsaktivisten der Welt. Unsere Gewerkschaften dürfen nicht schweigen und die Entlassung irgendeines Gewerkschaftsaktivisten irgendwelchen Unternehmens in Brasilien, inklusiv des KOSTALS, akzeptieren.

Die Verteidigung der Arbeiterklasse ist unser Oberprinzip und steht wider den Angriff der Arbeitgeber gegen jeden Arbeiter. Die UNMITTELBARE ENTLASSUNG EINES ARBEITERS WÄHREND DER STABILITÄTSPERIODE verletzt die fundamentalen Grundsätze der Arbeitsgesetzgebung und der Freiheit, Autonomie und Unabhängigkeit der Gewerkschaftsorganisationen von den Arbeitgebern von Brasilien. Wir dürfen nicht auf dieses Recht verzichten, ohne eine gravierende Präzedenz für neue Entlassungen zu eröffnen.

Mit dem Ziel, das Recht einer unabhängigen und autonomen Gewerkschaftsorganisationen für die Arbeiter /innen zu garantieren und die Erfüllung dessen zu fordern, was die Satzung und die Arbeitsgesetzgebung etabliert,

RUFE ICH alle kämpferischen Genossinnen und Genossen, Betriebsräte, Gewerkschaften, Gewerkschaftsoppositionen und linken Zeitungen, Zeitschriften, Parlamentarier, Gruppen und Parteien von Deutschland und der ganzen Welt auf, ihre uneingeschränkte Solidarität mit dem Kampf gegen meine Entlassung zu erklären.

Ich habe schon alle Arbeiterinnen und Arbeiter, alle hiesigen Betriebsräte, alle Leiter unserer Gewerkschaft vom Industriegebiet ABC, im Bundesland São Paulo, aufgerufen, die alten Traditionen der Arbeiterkämpfe unserer Region wiederzubeleben und diese SOLIDARITÄTSAKTIONEN GEGEN MEINE MISSBRÄUCHLICHE ENTLASSUNG zu verallgemeinern.

Der KAMPF GEGEN MEINE ENTLASSUNG UND FÜR DAS RECHT AUF MEINE KANDIDATUR BEIM NÄCHSTEN CIPA-WAHLEN sind aus diesem Grund auch ein klarer Beweis dafür, dass nur durch Kampf und Mobilisierung der Arbeiterklasse die gravierende Situation, in der das brasilianische Volk lebt, verändern werden kann.

Bitte schickt Eure Protestschreiben und Solidaritätserklärungen an folgende Adressen:

KOSTAL ELECTROMECÂNICA LTDA
Rua General Bertoldo Klinger, 277
09688-000 - Vila Paulicéia
São Bernardo do Campo -
São Paulo – SP

Betriebsleiter Herr W. Schwarz : w.schwarz@kostal.com

Chef der Personalabteilung : h.hiratsuka@kostal.com

Tel +55 11 2139-6100
Fax +55 11 2139-6308

SINDICATO DOS METALÚRGICOS DO ABC – BRASILIEN
Rua João Basso, Nr. 231 - Centro
São Bernardo do Campo – SP – CEP: 09721-100
Tel.: (0055)(11) 4128-4200
FAX: (0055) 4127-3244
Email: sger@smabc.org.br; sindicato@smabc.org.br

CONLUTAS ABCD (NATIONALKOORDINIERUNG DER KÄMPFE ABCD) :
Tel.: (0055)(11) 4127-3244
Email: conlutasabcd@yahoo.com.br ; rpoliva@ig.com.br

Immer mit der Hoffnung auf die Solidarität der Arbeiterinnen und Arbeiter von Deutschland,

RICARDO PEREIRA DE OLIVEIRA

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